Mobiler Hörtest für Hunde

Allgemein:
Ist mein Tier taub? Diese Frage ist nur schwer zu beantworten. Gewissheit kann hier nur ein spezieller Hörtest geben. Als qualifizierter Anbieter sind wir in der Lage Ihnen diese spezielle Messung anzubieten. Hierbei stützen wir uns auf modernste Untersuchungsmethoden. Mit der sogenannten Hirnstammaudiometrie sind wir in der Lage das Gehör Ihres Tieres schnell und stressfrei zu überprüfen. Aufgrund der anatomischen Ähnlichkeit kann praktisch jedes Säugetier getestet werden.

Was genau wird eigentlich getestet?
Wir testen auf beiden Seiten das Hörvermögen Ihres Tieres. Getestet wird dabei ein Frequenzspektrum von 1-4 Khz. Zusätzlich wird die Messung für ein Lautstärkespektrum von 80 bis 30db durchgeführt. Diese Frequenzbereiche und Lautstärken decken die meisten im Alltag auftretenden Geräusche sowie menschliche Sprache ab. Im Bedarfsfall sind jedoch wesentlich umfangreichere Bereiche messbar.

In welchen Gebiet wird der Hörtest durchgeführt.
Wir decken mit unserem Gebiet hauptsächlich die Bundesländer Berlin und Brandenburg ab. Andere Bundesländer sind auf Anfrage möglich.

Sind Voruntersuchungen nötig?
Wir empfehlen eine kurze Voruntersuchung durch Ihren Tierarzt. Dabei sollten der äußere Gehörgang sowie das Trommelfell auf Schäden oder Erkrankungen inspiziert werden. Gegebenenfalls wird Ihnen Ihr Tierarzt auch eine vorherige Ohrenreinigung empfehlen.

Wie läuft die Messung ab?:
Nachdem Ihr Tier durch Ihren Tierarzt eine Beruhigungsmedikation erhalten hat, werden Ihm über spezielle Kopfhörer Clicklaute (sogenannte Bursts) ins Ohr gegeben. Mittels einer Hirnstammmessung sind wir in der Lage die Reaktion des Gehirns auf diesen Ton aufzuzeichnen und auszuwerten. Anhand der Stärke der Reaktion sind Rückschlüsse auf das Hörvermögen möglich.

Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Die Untersuchung ist komplett schmerzfrei. Zur Ableitung der Hirnaktivität werden lediglich kleinste Nadelelektroden verwendet. Diese haben in etwa die Größe von Akkupunkturnadeln und werden nur wenige Milimeter unter die Haut gestochen.

Wie lange dauert die Untersuchung?
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Beachten Sie bitte nach der Untersuchung, dass Ihr Tier eine Beruhigungsmedikation erhalten hat.

Kann man die Untersuchung mit einer anderen Narkose kombinieren?
Die Untersuchung kann auch bei Tieren in kompletter Narkose durchgeführt werden und dauert nur wenige Minuten. Daher ist es möglich ihr Tier auch nach einer anderen Behandlung (z.b. Kastration) mit Narkose/Betäubung zu untersuchen. Dies hat den Vorteil, dass Ihr Tier nur eine Betäubung erhalten muss. Durch die hohe Narkosetoleranz sind auch vorhergehende tiefe Narkosen kein Problem.

Gibt es Nebenwirkungen?
Der Hörtest selbst hat keinerlei Nebenwirkungen. Selbstverständlich sind die üblichen Narkoserisiken vorhanden. Aufgrund der geringen Sedierung ist diese Gefahr jedoch minimal.

Wann Erfahre ich den Befund?
Den Befund bekommen Sie nach einer kurzen Auswertung unmittelbar nach der Untersuchung ausgehändigt.

Ist die Untersuchung bei meinem Tierarzt möglich?
Der Hörtest ist grundsätzlich in jeder Tierarztpraxis möglich. Sprechen Sie ihren Tierarzt einfach an. Gegebenenfalls können wir Ihnen auch eine kooperierende Praxis nennen.

Ist die Untersuchung bei mir Zuhause möglich?
In Absprache mit Ihrem Tierarzt ist die Untersuchung auch bei Ihnen Zuhause möglich.

Sie haben Fragen oder möchten weitere Informationen?
Sprechen Sie uns einfach an.

Fachinformationen zur Hirnstammaudiometrie

Anwendungsgebiete

Frühe akustisch evozierte Potentiale haben zwei grundsätzliche Anwendungsgebiete:

1. Diagnostik des Hörsystems

- Ausschluss von organischen Schäden

- Erkennen von Taubheit und Hörschäden

- Hörschwellenbestimmung (ab welcher Lautstärke wird der Ton wahr genommen)

2. Differenzierung von Hörstörungen (Unterscheidung mechanische, organisch bedingt oder neurale Störung)

Ein normales Hörvermögen ist die Grundvoraussetzung für einen regelrechten auditiven Kontakt zum Tier. Hörstörungen können dabei sowohl angeboren sein (z.b. genetische Disposition oder pränatale Komplikation) oder sich im Laufe des Lebens durch diverse Ursachen herausgebildet haben. Durch Zuchtdruck gibt es für bestimmte Tiere bzw. Rassen ein deutlich erhöhtes Risiko an einer relevanten Hörstörung zu leiden. Auch deshalb gewinnt die veterinärtechnische Hördiagnostik zunehmend an Bedeutung.

Dabei können sowohl mechanische Störungen am Trommelfell oder der Gehörknöchelchenkette, wie auch Störungen der Haarzellen in der Cochlea die Ursache sein.

In seltenen Fällen kann auch die Reizweiterleitung durch Tumore oder neurologische Erkrankungen betroffen sein. Die Hördiagnostik ist hierbei ein Instrument zum Erkennen von behandlungswürdigen Störungen.

Technischer Hintergrund

Bei der Hirnstammaudiometrie oder BERA (brainstem evoked response audiometry) werden frühe akustische evozierte Potenziale (FAEP) zwischen Vertex und Mastoid abgeleitet. Innerhalb der Messung kann ein Lautstärkespektrum von 100 bis -10db und eine Frequenz von 0,5 - 4 kHz abgedeckt werden. Üblicherweise sind die Messbedingungen 80 - 30db sowie 1- 4 kHz für eine qualitative Aussage ausreichend. Die durch die Messsignale hervorgerufenen Hörreize werden durch ein parallel laufendes EEG über Elektroden als Antwortpotential abgeleitet und aufsummiert. Im Ergebnis bleibt die Reaktion auf den Triggerimpuls isoliert bestehen. Bei der Verarbeitung auf der Hörbahn treten an entscheidenen Punkten typisch wiederkehrende Muster auf. Durch das aufsummierende Verfahren bündeln sich diese Muster zu Energiemaxima. Die so gefilterten und aufgezeichneten Potentiale erlauben dann durch die Auswertung der Amplituden und Latenzzeiten dieser Energiemaxima das Erkennen und Differenzieren von Hörstörungen.

Messsignale
Zum Auslösen eines Hörpotentials können Klicklaute, Bursts und weitere anwendungsspezielle Impulse verwendet werden.

Klicklaute bezeichnen das Aus- und wieder Einlenken der Lautsprechermembran aus der Neutrallage. Sie sind eher frequenzunspezifisch. Für die Differenzierung von Hörstörung und das Abschätzen der Hörschwelle im sprachrelevanten Bereich hat sich dieses Verfahren bewährt.

Bursts hingegen bezeichnen einen frequenzspezifischen Reiz. Der Impuls setzt sich dabei aus nur wenigen Einzelschwingungen zusammen um die Verarbeitung auf der Hörbahn erfassen und auswerten zu können. Damit ist eine frequenzspezifische Hörschwellenabschätzung möglich.

Mit der gleichen Zielsetzung können auch sogenannte Notched-Noise und Chirp Signale eingesetzt werden. Chirp-Signale sollen dabei die komplette menschliche Cochlea zur gleichen Zeitpunkt synchron erregen. Eine Adaption in die Veterinärmedizin ist aufgrund der großen Streubreite der anatomischen Grundvoraussetzung derzeit nicht möglich. Aus diesem Grund werden zur frequenzspezifischen Diagnostik anstelle der Chirp Signale sogenannte Notched-Noise Impulse verwendet.

Durchführung
Die Hirnstammaudiometrie kann bei praktisch allen Säugetieren durchgeführt werden. Da das periphere Hörsystem bis zum Hirnstamm sehr resistent gegenüber Narkosen ist, ist die Durchführung auch nach einer vorhergehenden OP möglich. Ohne vorhergehende Narkose ist zur Durchführung jedoch immer mindestens eine leichte Sedierung erforderlich.

Als objektives Messverfahren ist eine Reaktionsbeobachtung des Tieres nicht nötig. Jedoch ist nicht zu erwarten, dass es die Untersuchung in notwendiger Ruhe toleriert. Dislozierte Kopfhörer und abgerissene Elektroden sind dabei die geringsten Herausforderungen, da derartige Fehlerquellen schnell erkannt werden können. Kritischer sind die durch das Tier aufgrund von Unruhe generierten muskulären Aktionspotentiale, die die Ableitung in Form von Artefakten überdecken. Zusätzlich entsteht bei fehlender Sedierung ein unregelmäßigeres Roh-EEG. Um qualitativ aussagekräftige Werte zu erhalten, sind so wesentlich längere Messreihen nötig und eine genaue Hörschwellenbestimmung zweifelhaft.

Nach Anlegen der Elektroden und Einstecken der Kopfhörer wird die Ableitung gestartet. Die genauen Messparameter richten sich hierbei nach den Vorerkrankungen sowie dem Untersuchungsziel. Die Auswertung erfolgt direkt im Anschluss. Der optimierte Messvorgang dauert insgesamt nur ca. 30 Minuten. Dabei sind wir durch unsere Messeinheit an keinen Ort fest gebunden.

Voruntersuchung
Im Vorfeld sollte eine tierärztliche Inspektion des äußeren Gehörgangs inklusive Trommelfell erfolgen.

Akute Entzündungen sowie vorhandene Verletzungen des Gehörgangs oder des Mittelohres stellen bereits eine relevante mechanisch/organische Störung des physiologischen Hörablaufes dar, die dieses empfindliche Messsystem bereits als pathologisch erfasst.

Auch übermäßiges Cerumen schwächt das Messsignal vor Erreichen der relevanten Bereiche ab. Hier wird ebenso eine eigentlich nicht vorhandene Hörstörung diagnostiziert.

Bei starker Verunreinigung ist daher eine schonende Reinigung ratsam. Im Falle von Entzündungen oder Verletzungen sollte die Messung erst nach deren Therapie erfolgen.

Zusätzlich muss vorher das Narkose- bzw Sedierungsrisiko tierärztlich bestimmt und der Diagnosenutzen abgewogen werden.

Kooperation
Sie sind Tierarzt und möchten die Audiometrie zum Teil Ihres Leistungsportfolios machen? Sehr gerne stellen wir Ihnen unsere Kooperationsmodelle persönlich vor.